WIRTSCHAFTSBERICHTImmobilienmarkt in unserem Geschäftsgebiet
Der Mietwohnungsmarkt in den Kreisen Borken, Coesfeld und Steinfurt zeigte im Berichtszeitraum eine anhaltend hohe Nachfrage bei gleichzeitig begrenztem Angebot. Die regionale Entwicklung folgt weitgehend den nordrhein-westfälischen Trends, die auf eine zunehmende Marktanspannung in allen Segmenten des Mietwohnungsmarktes hindeuten. Ausschlaggebend hierfür sind verkürzte Vermarktungszeiten, ein kontinuierlicher Anstieg der Angebotsmieten sowie strukturelle Veränderungen auf Angebots- und Nachfrageseite.
Im Land Nordrhein-Westfalen verkürzte sich nach dem Wohnungsmarktbericht 2025 der NRW.BANK die durchschnittliche Vermarktungsdauer von Mietwohnungen im ersten Halbjahr 2025 auf 19 Tage und lag damit vier Tage unter dem Vorjahreswert. Diese Entwicklung ist ein deutlicher Indikator für die weiterhin hohe Nachfrage nach bezahlbarem Wohnraum und dem zunehmenden Angebotsmangel.
Die Mietpreisniveaus im Geschäftsgebiet orientieren sich an den landesweiten Entwicklungen. Die mittleren Angebotsmieten in Nordrhein-Westfalen stiegen nach dem NRW.BANK-Bericht von 9,41 €/m² im Jahr 2024 auf 9,84 €/m² im ersten Halbjahr 2025. Dieser Anstieg verdeutlicht die anhaltende Dynamik im Mietsegment, die sich auch in den Kreisen Borken, Coesfeld und Steinfurt widerspiegelt.
Parallel dazu stiegen die Wohnnebenkosten deutlich stärker an als die Nettokaltmieten: Mit 3,04 €/m² im Jahr 2024 lagen sie um 47 % höher als im Jahr 2018. Damit stellen die Nebenkosten für viele Haushalte mittlerweile eine erhebliche finanzielle Zusatzbelastung dar.
Der Münsteraner Mietwohnungsmarkt – als Oberzentrum maßgeblich für die Preisentwicklung im Umland – zeigte zwar eine leichte Entspannung, bleibt jedoch durch hohe Nachfrage nach energieeffizienten und qualitativ hochwertigen Mietwohnungen geprägt. Diese Marktbedingungen wirken in das Umland hinein und führen auch in unserem Geschäftsgebiet zu weiter steigenden Preisniveaus.
Der energetische Zustand von Mietobjekten ist zu einem zentralen Qualitäts- und Preisfaktor geworden. Energieeffiziente Bestände erzielen deutlich höhere Marktakzeptanz und Vermietungsgeschwindigkeit, während unsanierte Objekte zunehmend Preiszugeständnisse erfordern.
Gleichzeitig belasten steigende Baukosten sowie verschärfte gesetzliche Energieanforderungen die Modernisierungs- und Neubautätigkeit. Diese Faktoren reduzieren die Angebotsausweitung insbesondere im bezahlbaren Segment und verschärfen die Marktanspannung langfristig.
Der demografische Wandel in Nordrhein-Westfalen wirkt sich unmittelbar auf die Wohnraumnachfrage aus. Bereits in einem Viertel aller Haushalte lebt ausschließlich die Generation 65+. Diese Entwicklung verstärkt die Nachfrage nach altersgerechtem und barrierearmem Wohnraum und betrifft das Münsterland aufgrund regional überdurchschnittlicher Alterungsprozesse in besonderem Maße.
Für das Jahr 2026 ist von einer fortgesetzten Anspannung des Mietwohnungsmarktes in unserem Geschäftsgebiet auszugehen. Experten rechnen mit moderaten Mietsteigerungen zwischen 2 % und 4 %, insbesondere bei energieeffizienten und modernisierten Mietwohnungen in städtischen und mittelstädtischen Lagen.
Die strukturellen Angebotsengpässe – geprägt durch eingeschränkte Neubautätigkeit, hohe Bau- und Modernisierungskosten sowie demografische Veränderungen – lassen erwarten, dass der Nachfrageüberhang im Mietsegment weiter bestehen bleibt. Für die WohnBau-Unternehmensgruppe ergibt sich daraus eine langfristig stabile Nachfragebasis, die den Bedarf an bezahlbarem, gut modernisiertem und energieeffizientem Wohnraum nachhaltig bestätigt.
Landesweit wurden zuletzt rund 25 neue Wohnungen je 10.000 Personen fertiggestellt. Dabei sind nach dem Wohnungsmarktbericht der NRW.BANK starke regionale Unterschiede festzustellen.
Eine besonders starke Bauintensität zeigte sich im Münsterland, im westlichen Ostwestfalen sowie in den Gebieten entlang der niederländischen Grenze zwischen dem Kreis Euskirchen und dem Kreis Heinsberg.
Im Gegensatz dazu wiesen weite Teile des Ruhrgebiets und Südwestfalens sowie das östliche Ostwestfalen eine vergleichsweise geringe Bauintensität auf. Auch Teile des Bergischen Landes, zum Beispiel Wuppertal und Remscheid, sowie am Niederrhein gelegene Städte wie Duisburg, Krefeld und Mönchengladbach wiesen – gemessen am Mittelwert der Gesamtbauintensität der vergangenen drei Jahre – eine geringe Bauintensität auf.
Im Hinblick auf den reinen Geschosswohnungsbau sind die Stadt Münster sowie das westliche und nördliche Münsterland hervorzuheben. Eigenheim-Neubau im Münster- und Rheinland sind besonders stark.
Im westlichen und nördlichen Münsterland, in der Region Gütersloh sowie am Niederrhein entstanden überdurchschnittlich viele neue Wohnungen im Rahmen von Bestandsmaßnahmen.